Nerven sind nicht so elastisch und dehnfähig wie Muskeln. Daher müssen sie bei Bewegungen unserer Arme und Beine, aber auch der Wirbelsäule teilweise bis zu 15 cm zwischen anderen Geweben gleiten können. Wenn diese Gleitbewegung durch Einengungen von außen gestört ist oder der Nerv im Inneren geschädigt ist, entstehen starke Schmerzen. Es können dabei auftreten:

  • Ischiasschmerzen
  • Gefühlsstörungen und Kribbelgefühl
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Schmerzen ähnlich einem Tennisellbogen
  • Schmerzen bei Bewegung der Wirbelsäule
  • Schmerzen bei Streckung des Beines nach vorne
  • Schmerzen bei Dehnung des Armes nach außen

Bei Störungen der neuralen Mobilität entsteht meist ein besonders durchdringender Schmerz, der keinesfalls zu ignorieren ist. Er führt fast immer dazu, dass der Patient einen Arzt aufsucht. Häufig treten auch Kombinationen von neuraler Immobilität auf. Beispielsweise gibt es deutliche Zusammenhänge mit dem Auftreten von Karpaltunnelsyndromen und Bandscheibenschäden der Halswirbelsäule. Dies lässt den Rückschluss zu, dass Störungen der neuralen Mobilität an einer Stelle des Nervensystems auch zum häufigeren Auftreten von Nervenfunktionsstörungen an anderen Stellen des Körpers führen können.
 
Tests der Mobilität von Nerven wurden von Smith, Maitland, Elvey, Keneally u.a. seit den 60er Jahren entwickelt und von Butler in seinem Buch "Mobilisation des Nervensystems" 1995 zusammengetragen.
 
Die entwickelten Tests für Rumpf, Arme und Beine dienen dazu, festzustellen, ob die äußere Gleitfähigkeit oder die innere Elastizität der Nerven gestört sind. Bei der Behandlung wird mittels sehr fein dosierter Dehnungstechniken versucht, die Mobilität der betroffenen Nerven wiederherzustellen